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So kann es gehen

“So kann es gehen. Man legt es für eine kurze Zeit weg, und hin und wieder schaut man bei der Suche nach etwas anderem in den Schrank, und man erinnert sich, und man denkt, bald. Dann wird es zu etwas, das einfach da ist, in dem Schrank, und andere Dinge häufen sich davor und darüber auf, und schließlich denkt man überhaupt nicht mehr daran. Das, was einmal ein kostbarer Schatz war. Man denkt nicht mehr daran. Ein Verlust, den man einmal für unvorstellbar hielt, und jetzt ist es zu etwas geworden, an das man sich kaum noch erinnert.
So kann es gehen.”

ALICE MUNRO

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Fängt gut an

Der erste, den ich am ersten Morgen des neuen Jahres sehe, ist Nietzsche. Die nackten, dürren Äste des Baums vor der hellgrauen Fassade gegenüber formen sein Gesicht, mir halb zugewandt. Nietzsche sieht mich nicht direkt an, sondern lässt seinen mürrischen Blick links unten an mir vorbeifallen. Ich hole mir aus der Küche einen Kaffee. Als ich zurückkomme, ist Nietzsche verschwunden. Philosophisch-paranoid konnotierter Restalkohol. Weiterlesen

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Gute Vorsätze

Es ist noch früher Vormittag als Walther den Wagen am Rand des Supermarktparkplatzes, ganz in der Nähe des Lieferanteneingangs zum Stehen brachte. Der Motor verstummte. The Supremes sangen noch ein paar Zeilen weiter. Baby, baby, where did our love go? And all your promisses of a love forever more? I’ve got this yearning, burning yearning feelin’ inside me. Oh, deep inside me and it hurts so bad.“ Weiterlesen